Inmitten der gotischen Mauern des Königspalastes, in dem König Pedro III. von Aragon am 11. November 1285 starb, steht heute das VINSEUM, das erste Weinmuseum Spaniens (1947), das vor Kurzem zum Museum von nationalem Interesse erklärt wurde. Die Institution hat ihre Wurzeln in der Ausstellung „Archaeologia del vino“, die 1943 während der I Feria de la Viña y el Vino organisiert wurde. Seitdem ist es angewachsen und beherbergt heute mehr als 600 archäologische Stätten, Sammlungen liturgischer Kunst, Sammlungen ethnologischer Weinkunde, 100.000 Etiketten, mittelalterliche Keramiken und eine bemerkenswerte paläontologische Sammlung mit dem Holotyp von Metaxytherium catalaunicum.
Der Ausstellungsrundgang erstreckt sich über vier Stockwerke und ist in immersive Bereiche gegliedert: Der Weinplatz empfängt Sie; „Wo alles anfängt“ zeigt Werkzeuge und mineralisierte Samen von Vitis vinifera; „El Celler“ vereint Pressen, Stiefel und die Wissenschaft der Önologie; „The Viajes del Vino“ zeichnet die phönizischen, römischen oder amerikanischen Handelswege und „Spirit of Wine“ taucht mit Bacon in die künstlerische und rituelle Dimension ein Er leitet eine Galerie mit Porronen, Gläsern und 500 historischen Etiketten. Im Erdgeschoss befindet sich der Verkostungsraum mit Blick auf die Basilika, in dem der Besuch mit einem Glas katalanischen Weins gipfelt.
Das Museum wurde zwei großen Reformen unterzogen: die der 1940er Jahre, als die Caixa Penedès und der Stadtrat das mittelalterliche Gebäude restaurierten, und die zeitgenössische Transformation, die 2004 mit dem Projekt von Santiago Vives und der Museographie von VARIS Arquitectes begann und 2024 mit der Einweihung der neuen Ausstellungshalle, des Auditoriums, des überdachten gotischen Innenhofs und der Panoramaterrasse ihren Höhepunkt fand.
Zu den Höhepunkten gehören die Capella de Sant Pelegrí — seit 1980 eine temporäre Ausstellungshalle — und ein Auditorium mit 168 Sitzplätzen, das für Konzerte und Kino ausgestattet ist. VINSEUM ist auch ein Knotenpunkt von Museumsnetzwerken (REMCI Vitis, Local Museums Network) und organisiert Weintourismusrouten, Jazzzyklen, Verkostungen und Familienworkshops.
Heute möchte das Museum mit einem Team von 24 Fachleuten das Tor zum Penedès sein: ein offener, inklusiver und nachhaltiger Raum, der Forschung, Konservierung und Verbreitung vereint. Besucher entdecken nicht nur die Geschichte des Weins, sondern erleben auch die Kultur, das Festival und die Landschaft, die ihn umgibt.