Der gotische Palast, der über der Plaça de Jaume I thront, ist ein alter Bekannter von Vilafranquins: Manche nennen ihn Palau Baltà, andere erinnern sich an den alten Namen Palau del Fraret oder einfach Can Babau. Das Gebäude steht an der Stelle, an der sich das ursprüngliche Schloss der Stadt befand, und sein mittelalterlicher Fußabdruck ist noch heute in jedem Stein zu spüren.
Architektonisch zeichnet sich der Komplex — Erdgeschoss, edles Stockwerk und mit arabischen Fliesen verkleidetes Dachgeschoss — durch die drei Fassaden aus, die auf den Platz und die Straßen von Torre i Escudellers blicken. An der Hauptfassade befinden sich zwei Seitentürme, die aus dem Hauptgebäude herausragen, ein außerhalb der Mitte liegendes, gewölbtes Portal und, als Ergebnis einer Reform des achtzigsten Jahrhunderts, eine kleine Tribüne mit bekrönten Fenstern, die zu ihrem ikonischen Bild geworden ist. Im Innenhof, der derzeit überdacht ist, sind eine Treppe, ein gotisches Fenster und eine obere Galerie mit Spitzbögen erhalten.
Quellen belegen den Ursprung nach 1308, als die Familie Babau das Land erwarb. 1522 wurde die Fassade vereinheitlicht und mit den Nachbarhäusern erweitert, was ihr das palastartige Flair verlieh, das wir heute bewundern. 1750 ging es an den Sarriera, Marquis von Manresana, über, und Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte es Josep Baltà, gab ihm einen Namen und fügte die Tribüne hinzu, wodurch das Erscheinungsbild modernisiert wurde, ohne seine Essenz zu verraten.
Die Geschichte des Palastes ist auch eine Folge verschiedener Nutzungen: Es war ein Hostel, das im Volksmund als „del Pepet Vermell“ bekannt war; 1977 mieteten das Vilafranca-Museum und die Caixa Penedès das Erdgeschoss für kulturelle Veranstaltungen und tauften es in Baltà Forum, ein Ort, an den sich viele Einwohner für Konzerte und Ausstellungen erinnern.
Der Palast wurde zum Kulturgut von nationalem Interesse erklärt und ist eines der vollständigsten zivilen gotischen Zeugnisse des Penedès. Obwohl sich der Platz in Privatbesitz befindet und nicht regelmäßig besucht wird, bietet er aufgrund seiner monumentalen Präsenz eine perfekte Kulisse, insbesondere während der Festa Major, wenn Burgen und traditionelle Tänze buchstäblich zu seinen Füßen tanzen.