Der ehemalige Königspalast von Vilafranca, in dem sich heute das VINSEUM (Museum der Weinkulturen Kataloniens) befindet, steht mit einem Fuß in der katalanischen Königsgeschichte und mit dem anderen im zeitgenössischen Weintourismus. Er wurde bereits 1209 als Wohnsitz des Casal de Barcelona erwähnt und war Schauplatz wichtiger Momente wie dem Tod von König Peter dem Großen am 11. November 1285, ein Ereignis, an das mit einem Grabstein an der Fassade erinnert.
Das gotische Ensemble besteht aus zwei Bänden: einem turmförmigen Korpus, der im Grundriss bekrönt ist, und dem eigentlichen Palatinkörper, der von einer hölzernen Barbakane gekrönt wird. Das Geschirr zeigt drei geflieste Portale und elegante Doppelfenster auf Säulen mit Gemüsekapitellen. Im Inneren ist das klassische palauische Schema um einen Innenhof mit einer nicht überdachten Treppe und einer spitzbogigen Galerie herum angeordnet. Ein Juwel ist die Kapelle von Sant Pelegrí, die bereits 1334 urkundlich erwähnt wurde, und der Renaissance-Zugang vom Mariannenhaus aus (1565).
Der Palast ging in die Hände von Mönchen (Santes Creus, 1308) und Privatpersonen — der Familie Milá — über, bis ihn 1936 die Association Museu de Vilafranca kaufte, um ihn in eine kulturelle Einrichtung umzuwandeln. Seit 1943 beherbergt es das Museum, das sich zunächst der Archäologie und Lokalgeschichte widmete und sich zunehmend auf Weinkultur spezialisierte. Die aktuelle Museographie, die 2023 eingeweiht wurde, bietet ein immersives Erlebnis, das Weinbau, Anthropologie und Territorium miteinander verbindet.
Bei archäologischen Arbeiten aus dem Jahr 1965 wurden hinter der Kapelle ein Mauerschloss und romanische Fenster entdeckt, die dem „Alten Palast“ entsprechen könnten, der möglicherweise aus dem 12. Jahrhundert stammt. Durch sukzessive Restaurierungen wurden diese Überreste in den Ausstellungsdiskurs integriert.
Heute vereint VINSEUM Sammlungen, Bildungsaktivitäten und einen belebten Innenhof, in dem Sie Weine aus dem Penedès probieren können. Wer ihn betritt, reist durch die Jahrhunderte: von der mittelalterlichen Königsmacht bis hin zur Weinidentität, die die Region ausmacht.