Mitten in der mittelalterlichen Stadt erhebt sich die Basilika Santa Maria als große spirituelle Silhouette von Vilafranca. Das heutige Gebäude, das 1489 geweiht wurde, aber auf einem romanischen Tempel aus dem späten 12. Jahrhundert erbaut wurde, ist die erste katalanische Gemeinde, die vollständig nach dem gotischen Einschiff erbaut wurde. Sein Grundriss — fünf Abschnitte mit Kreuzgewölben und Seitenkapellen, die zwischen kolossal dicken Strebepfeilern eingebettet sind — vermittelt ein Gefühl von ungewöhnlicher Weite.
An der Seitenfassade der Santa Maria Straße ist das ursprüngliche Portal aus der spätromanischen Tradition (13. Jahrhundert) erhalten geblieben, an dem sich noch Reste von Wandmalereien befinden, die die Kreuzigung darstellen. Das Hauptfrontispiz mit Blick auf die Plaza de Jaume I ist das Ergebnis der neugotischen Reform von August Font i Carreras und Santiago Güell (1903-1905): ein großer Spitzbogen, die Rossa und eine spektakuläre Krönung, die von zwei schlanken achteckigen Glockentürmen flankiert wird. Im Inneren erfüllt das Licht der Rose und der Glasmalerei das Kirchenschiff und zeichnet Formen auf die Steinrippen.
Direkt unter dem Presbyterium erhebt sich die Krypta aus dem 16. Jahrhundert, ein intimer Raum, der mit einem Kreuzgewölbe bedeckt und mit geschnitzten Schlüsseln geschmückt ist, die die Frömmigkeit und die Auferstehung darstellen. Bischof Torras i Bages gab 1916 die Marmorskulpturengruppe von Josep Llimona „Das Begräbnis Christi“ in Auftrag, ein Stück, das die Krypta in ein authentisches Andachtsmuseum verwandelt. Die Reliquien des Heiligen Felix, dem Schutzpatron der Festa Major, werden hier ebenfalls verehrt.
Der Glockenturm beherbergt sieben Glocken: vier liturgische Glocken (Barberí 1939, die kleinere wurde 1996 durch eine Paccard ersetzt) und drei Glocken — die große „Santa Raimunda“, die 1801 von Joseph Vidal in Vilafranca gegossen wurde. Das Ensemble gehört zu den beliebtesten Volksglockenspielen im Penedès und verleiht den Matineen und Prozessionen der Festa Major ein unverkennbares Echo.
Im Inneren sind das polychrome elfenbeinfarbene Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert, die in den Kapellen verstreuten barocken Altarbilder, außen die Sammlung zoomorpher Wasserspeier und eine monumentale Orgel aus dem Jahr 1942, ein wichtiger Bestandteil des lokalen Musiklebens, beeindruckend. Santa Maria wurde 1919 von Papst Benedikt XV. zur Basilika minor erhoben und 2014 zum Kulturgut von nationalem Interesse erklärt.
Die Basilika hat zahlreiche Wechselfälle erlitten: den teilweisen Einsturz des Gewölbes (1735), den Brand von 1934, die Ventilatoren, die 2009 den Beginn des Restaurierungsprojekts „Santa Maria 2020" erzwangen. Heute hat der Tempel dank der Schirmherrschaft der Nachbarn (Sie können „Steine sponsern“) neue, saubere Fassaden und es finden Führungen statt, bei denen Sie den Glockenturm besteigen und ein herrliches Panorama auf die Weinhauptstadt genießen können.