An der Stelle, an der die Straßen Girona und Sant Quintí aufeinandertreffen, direkt am südlichen Eingang des Stadtzentrums, befindet sich seit 1984 die Skulptur „A la Sardana“, eine permanente Hommage an die Erklärung von Sant Sadurní d'Anoia zur Ciutat Pubilla de la Sardana im selben Jahr. Das Werk wurde vom penedesischen Künstler Ramón Ruiz in Auftrag gegeben, der sich für einen ebenfalls abstrakten Diskurs entschied, der jedoch eindeutig an den emblematischsten Tanz des Landes erinnert.
Das Stück geht von einer halbrunden Bank aus, die mit Kunststein und Fliesen verkleidet ist und die Rolle nachahmt. Darüber erheben sich zwei Figuren, die aus Metallsäulen bestehen — die die Beine und die Vertikalität der Tänzer symbolisieren —, Eisenarme, die in einer verbundenen Position gestreckt sind, und Köpfe, die mit Edelstahlkugeln aufgelöst sind, die das Licht der Straße reflektieren. Die kombinierte Verwendung von Stein, Beton, Marmor, Edelstahl und Cortenstahl verleiht dem Ganzen einen Kontrast von Texturen, der mit der gemischten Architektur der umgebenden Straßenachse in Dialog tritt.
Aus historischer Sicht kristallisiert sich in dem Werk ein Moment kulturellen Aufschwungs heraus: 1984 fand in Sant Sadurní die offizielle Ausrufung der Ciutat Pubilla statt, ein Titel, den die sardanistische Föderation Kataloniens jedes Jahr einer anderen Bevölkerung verleiht. Im September dieses Jahres erlebte die Stadt originale Sardanas, Kopfsteinpflaster von überall her und das größte Publikum in der lokalen Geschichte. Zu dieser Zeit wurde diese Skulptur als greifbares Symbol für das Engagement für den Tanz entdeckt.
Im Laufe der Jahre war das Stück Schauplatz zahlreicher Zusammenkünfte, großer Partykonzerte und Fotos von sardanistischen Gruppen, die am Ende jedes Tanzes auftraten. Trotz der bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit der Materialien weist die Skulptur heute kleine Verluste im keramischen Rahmen des Sockels auf, die auf den Verkehr und einige kleine Vandalismusakte zurückzuführen sind. Das Konsistorium hat nach Angaben des Städtischen Kunstfonds einen Restaurierungsplan geplant, der den Austausch der Fliesen und das Anbringen einer wasserabweisenden Versiegelung auf Metallen zum Schutz vor Oxidation vorsieht.
Die Lage auf Straßenniveau und ohne jegliche erhöhte Bordsteinkante erleichtert den Zugang für alle; Familien versammeln sich oft, um sich selbst zu fotografieren und dabei die typische Höhe der Arme der Sardana nachzubilden. Nachts projiziert die angrenzende Laterne rotierende Schatten, die an die kreisförmige Bewegung des Tanzes erinnern und dem Werk so ein zweites visuelles Leben einhauchen. Sein Wert geht jedoch über die bloße physische Präsenz hinaus: Es ist ein Treffpunkt für lokale Banden, ein Symbol der Identität des Penedès und ein unmissverständliches Zeichen dafür, dass die Menschen die Sardana nicht als Spektakel, sondern als untrennbaren Teil des sozialen Gefüges leben.
Was das Kulturerbe anbelangt, so hat es die Generalitat als Gedenkdenkmal eingestuft, und das Museu de la Música de Barcelona hat es gelegentlich als paradigmatisches Beispiel für die Verschmelzung von urbaner Kunst und populärer Musiktradition genannt. Obwohl es keinen spezifischen rechtlichen Schutz gibt, wird in der Bevölkerung einstimmig darauf gedrängt, es vor Ort zu konservieren, und jedes Jahr am 11. September wird dort ein Blumenstrauß deponiert, wenn die Cobla Principal del Llobregat daneben „La Santa Espina“ aufführt.
Der Besuch der Skulptur „A la Sardana“ bedeutet, kurz gesagt, der festlichen Seele von Sant Sadurní näher zu kommen: dem Klang der Schreie, die zwischen den Straßen erklingen, dem Rollen, das je nach Takt groß und klein wird, und der kollektive Wille, einen Tanz am Leben zu erhalten, der von Gemeinschaft, Ausgeglichenheit und Brüderlichkeit spricht.