Cal Gual ist einer der ersten Zeugen des städtischen Wachstums, das Sant Sadurní nach dem Dritten Carlin-Krieg über die Stadtmauern hinausragte. 1880 beauftragte Josep Parés i Marrugat den Baumeister Josep Torres Ferran aus Barcelona mit dem Bau eines komfortablen, aber repräsentativen Hauses, das schließlich an der neuen Straße Diputació errichtet wurde.
Das verführerischste Element ist die geschwungene Doppeltreppe, die den Besucher vom Vorgarten aus zur Eingangstür des ersten Stocks führt. Unter den gusseisernen Geländern, die mit industrieller Eleganz geschwungen sind, befindet sich unter ihnen eine Veranda, die heute den Zugang zum Parkplatz ermöglicht. Im Erdgeschoss befinden sich noch zwei Bullaugen und ehemalige Wirtschaftsräume, während das edle Stockwerk eine symmetrische Anordnung von Türen und Fenstern aufweist, die von einfachen, aber wirkungsvollen Profilen eingerahmt werden.
Das ornamentale Repertoire vereint Eklektizismus und modernistische Details: die Tür unter einem Dach, die von Konsolen mit menschlichen Gesichtern getragen wird, balusterierte Fensterbänke und ein geformtes Gesims, das dem Dachreling Platz macht, das als Aussichtspunkt auf die benachbarten Obstgärten konzipiert ist. Die hintere Fassade öffnet sich zu einem begrünten Innenhof, der Licht und Belüftung der Räume garantierte.
Trotz seiner Antike ist das Gebäude heute in einem guten Zustand und wurde in eine private Residenz umgewandelt. Das POUM verleiht ihm den BCIL 8940-I-Status (Blatt 15), und der Schutz umfasst sowohl volumetrische als auch singuläre Massenteile und Schmiedeteile. Sein Beispiel zeigt den Übergang von der wohlhabenden Bauernschaft zur aufstrebenden Weinbourgeoisie, die in städtischen Wohnungsbau investierte, ohne den Garten aufzugeben.
Cal Gual wird für den Besuch nicht angeboten, aber die Fassade kann von der Straße aus gesehen werden und ist eine Lektion dafür, wie die Subtilität einer Treppe aus einem bescheidenen Haus ein kleines Kunstwerk für den Haushalt machen kann.