In der kleinen ländlichen Stadt Espiells, umgeben von Weinbergen, befindet sich die winzige Einsiedelei von Sant Benet, ein präromanisches Juwel altmittelalterlichen Ursprungs (X-XI Jahrhundert), das von der ersten dokumentierten Besiedlung in der Gegend zeugt. Mit einem einzigen, sehr schmalen Kirchenschiff, unregelmäßigen Mauerwerkswänden und einer halbrunden Apsis, die nach Osten ausgerichtet ist, ist noch immer ein Großteil des ursprünglichen Kalksteinapparats erhalten, mit einem glatten Torbogen und einer Apsidiola, die mit sehr schematischen lombardischen Bändern verstärkt ist. Auf dem doppelt geneigten Dach befindet sich auf einem einäugigen Spaten die Glocke, die den Rhythmus des bäuerlichen Lebens ankündigte.
Die wenigen Quadratmeter im Inneren weisen die charakteristische Nacktheit der vorromanischen Architektur auf: ein leicht erhöhtes Tonnengewölbe, ein Bimssteinpflaster und ein winziges Spiegelfenster, das das Licht durchflutet. Ein kleiner Furnikelschnitt in der Nordwand erinnert an die Lage des alten Altars, der heute verschwunden ist, und auf der Türleiste sind noch einige Feuersteinspuren zu erkennen.
Jahrhundertelang diente sie als Referenzkapelle für die verstreuten Bauernhäuser von Espiells. Sie feierten das Fest des Heiligen Benedikt (11. Juli) und das Herbsttreffen mit Tanz und einem beliebten Frühstück. Die Vernachlässigung des ländlichen Raums im 20. Jahrhundert führte zu einem teilweisen Ruin, bis der Stadtrat Ende der 1980er Jahre eine konservative Restaurierung vorantrieb, bei der das Dach und die Wände konsolidiert und die Umgebung neu gestaltet wurden.
Derzeit finden in der Eremitage keine regelmäßigen Gottesdienste statt, sie öffnet jedoch gelegentlich im Rahmen von Führungen oder während der jährlichen Versammlung. Ihre offene und flache Umgebung lädt Sie ein, einen Zwischenstopp einzulegen, während Sie auf der Route der Weingüter von Espiells spazieren gehen. Die Stille wird nur durch das Zwitschern der Vögel und das aromatische Unterholz unterbrochen, das die Luft parfümiert und den Besucher daran erinnert, dass hier die Zeit im gemächlichen Tempo des Weinbergs vergeht.