In der Abschrägung, die von den Josep-Rovira-Straßen und der Südfassade gebildet wird, steht eines der markantesten Gebäude an der modernistischen Grenze von Sadurnines. Das Lagerhaus, das die Familie Rovira-Santacana — die beliebte Mota — 1912 dem Architekten Domènec Boada i Piera in Auftrag gab (obwohl wir bei der Krönung noch 1905 lesen), wurde als Wein- und Cava-Lagerhaus geboren, aber sein dekorativer Überfluss geht weit über die bloße industrielle Funktionalität hinaus.
Das dreieckige Grundstück ist bis zur letzten Palme gewohnt: Die beiden Seitenfassaden sind in eine abgerundete Fase geschnitten, durch die sich nur die großen Zugangstüren öffnen. Dieses Portal mit einem falschen, selteneren Bogen wird durch eine monumentale Wasserscheide mit Girlanden und Blumenmotiven geschützt, die in einem halbrunden Falter gipfelt, der von einer Keramikpalme gekrönt wird. Zwei Zinnen mit geformten Kugeln flankieren die Achse und kündigen bereits die festliche Atmosphäre der Komposition an. Auf beiden Seiten weisen die Fassaden vertikale Streifen auf, die mit den Abschnitten der inneren katalanischen Gewölbe übereinstimmen. Diese Streifen wurden ebenfalls von Zinnen gekrönt, was die Vertikalität verstärkt und mit der Anordnung der Gitterbalken, die das Dach tragen, in Dialog treten.
Die Fabrik besteht im Wesentlichen aus Ziegeln und unverputzten Arbeiten, aber die Putzbeschichtungen sorgen dafür, dass ein gepolstertes Leder gezogen wird, das die floralen Reliefs betont. Die großen Fenster — eines pro Fassade — bilden die geschwungenen Formen des Hauptportals nach und lassen ein zauberhaftes Licht über die inneren Schiffe herein, in denen Stiefel und Badewannen untergebracht werden sollten. Im Inneren hängen die flachen Backsteingewölbe auf eisernen Säulen, eine Mischtechnik, die für die penedesische Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts sehr charakteristisch ist.
Die Geschichte des Gebäudes ist eng mit der Weinbaupracht der Stadt verbunden: Es war das erste Lagerhaus der Brüder Rovira-Santacana und wurde schnell von den Cavas Santacana Roig übernommen, die schließlich den Montesquiu Cava vermarkteten. Der ornamentale Charakter wurde jedoch nie der Produktivität geopfert, und das Ganze ist in einem guten Allgemeinzustand erhalten und wurde 2010 von der POUM als Kulturgut von lokalem Interesse (BCIL 8942-I) eingestuft.
Heute befindet sich das Lagerhaus in Privatbesitz und wird im Zusammenhang mit der Restaurierung von Cal Blay produktiv genutzt, aber der innere Zugang ist nicht öffentlich. Trotzdem ist die Fassade nach wie vor ein Anziehungspunkt für Architekten und Enthusiasten und zeugt davon, wie die Moderne es verstand, selbst die bescheidensten Industrieprogramme zu veredeln. Die Zinnen, das eingekreiste Datum und die Kombination aus Mauerwerk und Keramik bilden ein kleines Freilichtmuseum auf der Stadthaut der Sadurninen.