In einer ländlichen Ecke neben dem Fluss Anoia liegt das Bauernhaus, das über den heutigen Caves Marquès de Monistrol — heute Marquès de la Concordia — thront, vereint jahrhundertelange Entwicklungen: mittelalterlicher klösterlicher Herkunft, barocke Erweiterungen aus dem 18. Jahrhundert, romantische Reformen des 19. Jahrhunderts und eine zeitgenössische Intervention von L&M Arquitectos (2001-2006), die die Aktivität in den Tourismus integriert hat, ohne den historischen Fußabdruck zu verwischen.
Der Komplex besteht aus zwei Doppelhäusern mit einem Dach an zwei Seiten und einer unverputzten Steinmauer. Der südliche Teil weist ein elegantes Kuppelportal mit einem Halbkreisbogen und symmetrischen Fenstern auf, die von gut angeordneten Ziegeln eingerahmt werden. Der nördliche Teil, leicht zurückgesetzt, weist unregelmäßige Steinwände auf, die auf verschiedene Bauphasen hinweisen. Im Inneren koexistieren Steinportale und flache Backsteingewölbe mit modernen Bauten, die das Bauernhaus mit den Lagerhäusern des Kellers verbinden.
Die Verbindung mit Cava begann 1882, als die Marke Marquès de Monistrol — ein Adelstitel, der 1795 für die Familie Dusay geschaffen wurde — ihre Cavas gründete und dabei die natürlichen Galerien unter dem Bauernhaus nutzte. Das Anwesen ging durch Heirat an die Escrivà de Romaní über, und bereits im 21. Jahrhundert entschied sich das Unternehmen für den Weintourismus: Bei der letzten Renovierung wurden Verkostungsräume, ein Geschäft und Museumsräume eröffnet, in denen der Herstellungsprozess erklärt wird.
Trotz der Modernisierung bewahrt das Bauernhaus historische Elemente wie die alte Hauskapelle, Zwerchbögen und hydraulische Bürgersteige. Es ist als BPU geschützt (Tab. 64) und in gutem Zustand. Es befindet sich in Privatbesitz, bietet aber vor der Reservierung Führungen an, die Geschichte, Architektur und Verkostung verbinden.
Das Bauernhaus ist auch der Ausgangspunkt für Wanderungen zwischen Weinbergen zur romanischen Einsiedelei von Sant Benet, wodurch die Verbindung zwischen architektonischem Erbe und Weinbaulandschaft gestärkt wird.