An der Ecke der Straßen Sant Pere und Fullerachs befinden sich die alten Lavernoya-Höhlen, die 1890 von Jaume Raventós i Poch gegründet wurden, dem Erben einer Linie von Weinhändlern, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts Eigenmarkenweine abfüllten. Das Anwesen verbindet Industriefläche und Wohnen nach dem Vorbild der kleinen städtischen Weingüter, die in der Cava-Hauptstadt wuchsen.
Das Hauptgebäude, bestehend aus Erdgeschoss und Stockwerk, hat zwei fast identische Fassaden mit jeweils vier großen, abgesenkten Bogenportalen — von denen viele heute zugemauert oder in Dreilochfenster umgewandelt sind —, die an den Eingang von Kutschen und Wannen erinnern. Ein waagerechter Streifen markiert die Schmiedelinie und weicht dem edlen Geschoss, in dem sich Fenster und Balkone mit schmiedeeisernen Geländern abwechseln.
Über dem Gesims befindet sich ein dreifach gewelltes Kopfteil, das mit Keramikkugeln verziert ist und auf dem Mittelteil die Aufschrift „Lácrima Baccus“ trägt, was ihm einen korporativen Charakter verleiht. Am Ende steht auf einer Metallplatte mit Pompons und Trauben die Aufschrift „Caves Lavernoya, gegründet 1890“, was die Weinbau-Identität des Weinguts bekräftigt.
Die Hausnummer 19 der Straße Sant Pere entspricht dem Haus der Familie: ein Haus zwischen Zwischengeschossen im Erdgeschoss und im Stockwerk, mit einem einfachen Schiebebalkon und einer Balustrade mit den Initialen „LB“. Florale Pilaster und die dreifache Klammer an den Enden rahmen die Fassade ein und wahren gleichzeitig die Kohärenz mit dem Geschäftsimage.
Historisch gesehen verlegte die Familie Raventós das Sektgeschäft, das unter ihrem Haus, auf dem Rathausplatz, seinen Anfang genommen hatte, an diesen Standort. Die Marke Lavernoya, inspiriert vom Zusammenfluss der Flüsse Lavernó und Noia, gewann in den 1920er Jahren internationale Auszeichnungen und wurde zu einem der anerkanntesten Häuser im Penedès. 1964 wurde das Gebäude teilweise renoviert, aber die Inschriften und das originale Schmiedeeisen sind immer noch lesbar.
Obwohl der Komplex nicht unter besonderen Denkmalschutz steht, befindet er sich in einem guten Zustand und wird weiterhin zu Wohnzwecken genutzt, was die Fußgänger an die funktionale Architektur erinnert, die schlicht, aber voller Symbolik für den Weinbau ist, die den Reichtum der Stadt ausmachte. Wenn der Abend hereinbricht und das Licht die Buchstaben „Lácrima Baccus“ streichelt, scheint der Duft des Novizenmostes von den Wänden auszuströmen und die Straße zu überfluten, wie vor mehr als einem Jahrhundert.